Wenn wir wieder eins sind mit uns selbst, beginnt der Morgen zu dämmern.

 

Josua Boesch, S.66

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne aus der Tür zu gehen, kennst du die Welt.

Ohne aus dem Fenster zu schauen, siehst du das Dao des Himmels.

Je weiter du hinausgehst, desto geringer wird dein Wissen.

Darum braucht der Berufene nicht zu gehen und weiß doch alles.

Er braucht nicht zu sehen und ist doch klar.

Er braucht nichts zu tun und vollendet doch.

 

 

Laozi

 

 

Zu welchem Ufer willst du gelangen, mein Herz?

Es gibt keinen Weg und niemand, der dir vorangeht.

Was heißt schon Kommen und Gehen?

An jenem Ufer kein Boot und keinen Fährmann, das Boot zu verankern.

Da gibt es

weder Himmel noch Erde,

weder Zeit noch irgendein Ding, kein Ufer und keine Küste.

Bedenke es wohl mein Herz!

Gehe nicht anderswohin!

 

Rumi

 

 

 

Es ist nicht die Tugend, deretwegen ich in der Einsamkeit sitze, sondern die Schwäche. Die Starken sind es, die unter die Menschen gehen.“

 

Apophtegmata

 

 

Brüder besuchten von der Wüste Sketis aus den Altvater Antonius. Sie bestiegen ein Schiff, um zu ihm zu kommen. Dort trafen sie einen Alten, der auch zu dorthin kommen wollte, doch die Brüder kannten ihn nicht. Als sie im Schiffe waren, unterhielten sie sich über die Aussprüche der Väter, über Worte der Schrift und auch über ihre Handarbeit. Der Alte aber schwieg. Als sie nun an Land waren, zeigte es sich, dass der Alte auch auf dem Weg zum Vater Antonius war. Als sie dann bei diesem ankamen, sprach Antonius zu ihnen: „An diesem Alten habt ihr einen guten Begleiter gefunden!“ Einschränkend sagte er zum Greis: „ Treffliche Leute hast du bei dir.“ Der Greis erwiderte: „Gut sind sie schon, aber ihr Gehöft hat kein Tor, und jedermann kann in den Stall gehen und den Esel losbinden.“ Das sagte er, weil sie alles heraussschwätzten, was ihnen in den Mund kam.

 

Apophtegmata


  

Gesegnet war die Zeit,

als Einsame ihre Abgründe erproben konnten,

ohne als Besessene oder Gestörte  zu gelten.

Ihr Mangel an Gleichgewicht wurde nicht negativ gewertet, wie es bei uns der Fall ist.

Sie opferten zehn, zwanzig Jahres, ein ganzes Leben einer Ahnung, einem Blitz des Absoluten zuliebe.“

 

Emil Cioran   

 

 

 

"Fort, geh in dein Kellion (Höhle) und setze dich nieder und das Kellion wird dich alles lehren.“

 

Wüstenväter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Stunde der Versuchung solltest du nicht nach mehr oder minder glaubhaften Vorwänden suchen, deine Zelle zu verlassen, sondern entschlossen dort bleiben und geduldig sein.“

 

Wüstenväter

 

 

 

Das Zazen auch nur eines einzigen Menschen In einem einzigen Augenblick Stellt unsichtbare Harmonie mit allen Dingen her und hallt wieder durch alle Zeit. So trägt dieses Zazen die Wahrheit in Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart dieses grenzenlosen Universums endlos weiter.

 

aus: Bendowa

von Hakuin Zenji
  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LITERATUR

 

 

Frieden

 

 

Dalai Lama

Seid Rebellen des Friedens

Der neue Appell an die Welt

 

 

 

 

Barbara von Meibom

Deutschlands Chance

Mit dem Schatten versöhnen

 

 

 

 

 

Friedenspreisträger  des deutschen Buchhandels

 

 

2018

Jan Assmann

Totale Religion

Ursprünge und formen puritanischer Verschärfung

 

 

 

2016

Carolin Emcke

Gegen den Hass

 

 

2015

Navid Kermani

Ansprache aus Anlass der Verleihung des Friedenspreises

 

 

 

 

Aktuelle Hinweise

 

Gerald Hüther

Würde

Was uns stark macht - als Einzelne und als Gesellschaft

 

Jaffa Zins

Scheindele

Gedichte

 

"Als Überlebende des Holocaust wurde ich Zeugin dessen, was der Mensch dem Menschen antun kann. Das spiegelt sich in meinen Gedichten wieder. Meine Gedichte helfen mir das andere Licht  im dunklen Tunnel der Schöpfung zu finden."

 

 

Gehmeditation & Pilgern

 

Thich Nhat Than

Einfach Gehen

Über das Gehen

Gehmeditaton

 

 

 

Erwin Döll

Markus Hillinger

Das Zen des glücklichen Wanderns

Schritt um Schritt zu sich selbst kommen

 

 

 

Franz Alt u.a.

Aufbruch zur Achtsamkeit

Wie Pilgern mein Leben verändert.

 

 

Gisbert Greshake

Gehen

Wege, Umwege, Kreuzwege

 

 

 

 

 

Klaus Bovers

Christine Paxmann

Kraftquelle Gehen

Gehen und Lebensglück

 

 

 

 

 

White Plume Sangha

Zen

 

 

Bernard Glassman

Zeugnis ablegen

Buddhismus als engagiertes Leben

  

Bernard Glassman

Anweisungen für den Koch

Lebensentwurf eines Zen-Meisters

 

Taizan Maezumi Roshi

Bernard Tetsugen Glassman Roshi

Erleuchtung, was ist das?

 

 

 

Bernard Glassman

Das Herz der Vollendung

Unterweisungen eines westlichen Zen-Meisters

 

 

Bernard Glassman

Konstantin Wecker

Die revolutionäre Kraft des Mitgefühls

Liedermacher meets Zen

 

 


Kathleen Battke (Hg.)

Ascheperlen

Pearls of Ash & Awe

20  Years of Bearing Witness in uschwitz withh Bernie Glassman & Peacemakers Friedenspraxis in Auschwitz

 

 

 

 

 

Sanbo Kyodan

Kamakura

 

 Koun Yamada

 

 Koun Yamada

 Das Tor des Zen

 Grundlagen und Praxis

 

 

 

 

 

Hugo Enomiya Makibi Lassalle, SJ

 

H. M. Enomiya-Lassalle, SJ

Mein Weg zum Zen

 

H. M. Enomiya-Lassalle, SJ

ZEN Unterweisung

 

H. M. Enomiya-Lassalle, SJ

Leben im neuen Bewusstsein

Ausgewählte Texte zu Fragen der Zeit

 

H. M. Enomiya-Lassalle, SJ

Am Morgen einer besseren Welt

Der Mensch im Durchbruch zu einem neuen Bewusstsein

 

H.M. Enomiya-Lassalle, SJ

ZEN - Weg zur Erleuchtung

Einführung und Anleitung

 

 

 

 

 

 

Glassman-Lassalle Linie

 

 

Niklaus Brantschen, SJ

Pia Gyger

Mit Bernhard Stappel, Hildegard Schmidtfull, Marcel Steiner

Via Integralis

Wo Zen und christliche Mystik sich begegnen

Ein Übungsweg

 

Niklaus Brantschen, SJ

Auf dem Weg des Zen

Als Christ Buddhist

 

Pia Gyger

Mensch verbinde Erde und Himmel

Christliche Elemente einer kosmischen Spiritualität

 

 

Pia Gyger

Maria - Tochter der Erde und Königin des Alls

Vision einer neuen Schöpfung

 

 

Pia Gyger

Hört die Stimme des Herzens

Werdet Priester und Priesterinnen der kosmischen Wandlung

 

 

Dieter Wattenweiler

Der wahre Mensch ohne Rang und Namen - Zen im Westen

 

 

 

Anna Gamma

Ruhig im Sturm

Zen-Weisheiten für Menschen, die Verantwortung tragen

 

 

 

 

 

Herzgrund Sangha

Zen

 

Stefan Bauberger, SJ

Der Weg zum Herzgrund

Zen und die Spiritualität der Exerzitien

 

 

 

Bodhi-Sangha

Zen

 

 

AMA Samy, SJ

ZEN - Der große Weg ist ohne Tor

 

AMA Samy

Zen und Erleuchtung

Zen-Meditationen eines Zen-Meisters

 

 

AMA Samy

ZEN

Erwachen zum ursprünglichen Gesicht

 

 

 

Weitere Empfehlungen

 

Ruben Habito

Zen leben - Christ bleiben

 

 

Shunryu Suzuki

Seid reine Seide und scharfer Stahl

Das geistige Vermächtnis des großen ZEN-Meisters

 

Shunryu Suzuki

Zen-Geist

Anfänger-Geist

 

 

Thich Nhat Hanh

Das Herz von Buddhas Lehre

Leiden verwandeln - Die Praxis des glücklichen Lebens

 

 

Ajahn Brahm

Die Kuh, die weinte

Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück

 

 

Ajahn Brahm

Der Elefant, der das Glück vergaß

Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden.

 

 

 

 

Kodo Sawaki

Zen ist für nix gut

 

 

 

Kodo Sawaki

Zen ist die größte Lüge aller Zeiten

 

 

Karl Brunnhölzl

Das Herzinfarktsutra

Ein neuer Kommentar zum Herzsutra

 

 

Wüstenväter & Wüstenmütter

 

 

Weisung der Väter Apophetegmata Patrorum

 

 

Martirij Bagin und Andreas A. Thiermeyer

Meterikon

Die Weisheit der Wüstenmütter

 

 

Gabriele Ziegler

Die Wüstenmütter

Weise Frauen des frühen Christentums

 

 

Matthias Dietz (Hrsg.)

Kleine Philokalie

Belehrungen über das Gebet

 

 

Hans Conrad Zander

Als die Religion noch nicht langweilig war

Die Geschichte der Wüstenväter

 

 

Jakobus Kaffanke, OSB, Cyrill Schäfer u.a.

Das Schauen Gottes wieder erlangen

Kontemplation als Leben des inneren Menschen und als Herz des Mönchtums

 

 

 

 

 

 

 

Kontemplation Karmel

 

 

 

Edith Stein

Kreuzeswissenschaft

Studie über Joannes a Cruce

 

Hanna-Barbara Gerl

Unerbittliches Licht

Edith Stein

Philosophie-Mystik-Leben

 

Edith Stein

Wege der Gotteserkenntnis

Studie über Dionysius Areopagita

 

Waltraud Herbstrith (Hrsg.)

Edith Stein

Aus der Tiefe leben

Ein Textbrevier

 

Teresa von Avila

Wohnungen der inneren Burg

 

Teresa von Avila

Das Buch meines Lebens

Autobiographie

 

Teresa von Avila

Weg der Vollkommenheit

 

Peter Dyckhoff

Aus der Quelle schöpfen

Das innerliche Gebet nach Teresa von Avila

 

Teresa von Avila

Gedanken zum Hohelied

 

Teresa von Avila

Ich bin ein Weib und obendrein kein gutes

Portrait der Heiligen in ihren Texten

 

Erika Lorenz

Weg in die Weite

Die drei Leben der Teresa von Avila

 

 

Johannes vom Kreuz

Empor den Karmelberg

 

Johannes vom Kreuz

Der geistliche Gesang

 

Johannes vom Kreuz

Die dunkle Nacht

 

Johannes vom Kreuz

Lebendige Liebesflamme

 

Johannes vom Kreuz

Worte von Licht und Liebe

 

 

 

 

Kontemplation Zisterzienser

 

 

 

Bruno Fromme (Hrsg.)

Die neue Spiritualität der Zisterzienser im 12. Jahrhundert

 

 

Bernhard von Clairvaux

Sämtliche Werke 

Bände V+VI

Sermones super Cantica  Canticorum

Predigten über das Hohelied

lateinisch-deutsch

 

Bernhard von Clairvaux

Rückkehr zu Gott

Die mystischen Schriften

 

Bernhard von Clairvaux

Das Herz weit machen

Kontemplation und Weltverantwortung

 

Bernhard von Clairvaux

Weil mein Herz bewegt war

 

Bernhard J. Vosicky

Bernhard über Bernhard

Geistliche Lehren des heiligen Bernhard von Clairvaux

 

Gerhard Wehr, Hg.

Der Mystiker Bernhard von Clairvaux

 

Wolfgang Buchmüller, Hg.

Von der Freude, sich Gott zu nähern

Beiträge zur zisterziensischen Spiritualität

 

 

 

Kontemplation

 

 

 

Willi Massa (Hrsg.)

Wolke des Nichtwissens

Brief persönlicher Führung

Anleitung zur Meditation

 

 

Richard Rohr

Pure Präsenz

Sehen lernen wie die Mystiker

 

 

 

Richard Rohr

Wer loslässt, wird gehalten

Das Geschenk des kontemplativen Gebetes

 

 

Franz Jalics

Der kontempative Weg

Ignatianische Impulse

 

 

 

Simon Peng-Keller

Kontemplation

Einübung in ein achtsames Leben

 

 

 

Gerhard Wehr

Nirgend Geliebte wird Welt sein als innen

Lebensbilder der Mystik im 20. Jahrhundert

 

 

 

 

Willigis Jäger

Kontemplation

 

 

 

 

 

Interreligiöses

 

 

Sebastian Painadath, SJ

Der Geist reißt Mauern nieder

Die Erneuerung unseres Glaubens durch interreligiösen Dialog

 

Sebastian Painadath, SJ

Wir alle sind Pilger

Gebete der Welt

 

 

 

Sebastian Painadath, SJ

Das Sonnengebet

 

 

 

 

 

 

 

Integrales Denken

 

Teilhard de Chardin

Das göttliche Milieu

Ein Entwurf des Innern Lebens

 

Teilhard de Chardin

Das Herz der Materie

Kernstück einer genialen Weltsicht

 

 

 

Ken Wilber

Integrale Spiritualität

 

 

 

Ken Wilber

Integrale Vision

 

 

 

Ken Wilber

Eine kurze Geschichte des Kosmos

 

 

 

 

 

Physik, Medizin

 

 

 

Amit Goswami

Das bewusste Universum

 

 

 

Roland Röpers u.a.

Was unsere Welt im Innersten zusammenhält

Hans-Peter Dürr im Gespräch

 

 

 

Ulrich Schnabel

Die Vermessung des Glaubens

Forscher ergründen, wie Glaube entsteht und warum er Berge versetzt.

 

Wolf Singer,

Matthieu Ricard

Hirnforschung und Meditation. Ein Dialog.

 

 

 

Jin Kabat-Zinn

Gesund durch Meditation

 

 

 

Ulrich Ott

Meditation für Skeptiker

Ein Neurowissenschaftlwer erklärt den Weg zum Selbst

 

 

 

Peter Sedlmeier

Die Kraft der Meditation

Was die Wissenschaft darüber weiß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KLAUSUR

 

 

 

 

 

Ich ahne:

Ein Eremit ist so etwas wie die zentripedale Kraft

in einer zentrifugalen Welt,  ... die kleine Hütte Gottes

bei den Menschen.

                                                                  nach Josua Boesch

 

 

 

 

Für Gäste öffnen wir das Jahr hindurch abends die Tür unserer Klausur für eine Stunde unsere zum gemeinsamen Mitüben.  Siehe  dazu die Seite Sunrise und Sunset.

 

 

 

 

 

UNSERE KLAUSUR - ZEITEN DES PRAKTIZIERENS

 

Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März, April, Mai 

 

morgens       06.30 Uhr bis 07.30 Uhr  Klausur nicht öffentlich

mittags         11.30 Uhr bis 12.30 Uhr  Klausur nicht öffentlich

abends         18.00 Uhr bis 19.00 Uhr  Sunset Meditation - offen für Gäste

 

 

 

Juni, Juli, August, September


morgens       05.30 Uhr bis 07.00 Uhr    Sunrise Meditation 

                                                                        2018: 24.,25.,36., 37., 38.+39. Jahreswoche

mittags         12.00 Uhr bis 13.00 Uhr    Klausur nicht öffentlich

abends         19.00 Uhr bis 20.00 Uhr    Sunset Meditation - offen für Gäste

 

 

                                                                      

                                                                      

 

 


KLAUSUR - UNSERE ALLTAGSPRAXIS

 

 


Klausur beschreibt unsere persönliche Übungspraxis von Zazen und Kontemplation. Sie ist Basis für unser Leben und schöpferischer Quell für unser Arbeiten. Während der Klausur sind wir im Schweigen und üben uns in achtsamer Präsenz.  Die Klausur besteht aus täglich zwei bis drei Zeiten der Kontemplation zu jeweils einer Stunde.  Wir üben in der Regel 2 x 25 Minuten Zazen (Sitzen in Stille) mit 10 Minuten Kinhin (Gehmeditation).

 

 

 

 

KLAUSUR - GNADENORT VON ZEUGUNG UND GEBURT

 

 

Ikone Gottesgebärerin - Bernhardsklause

Klausur wird meist mit Kloster und einem abgeschlossenen Bereich in Verbindung gebracht. Im Mittelalter kam dem Wort „claustrum“ jedoch eine weitere Bedeutung zu. Claustrum bedeutete damals „Mutterschoß“.  „Hic est vere claustrum beatae Mariae virginis.“ - "Hier ist der wahre Mutterschoß der seligen Jungfrau Maria", so soll Bernhard von Clairvaux beim Erblicken eines Tales gerufen haben, in dem dann ein Kloster (Himmerod)  seinen Platz fand.  Klausur meint für uns heilige Höhle, in welcher der neue Mensch in der Stille ausgebrütet wird. Wir basteln ihn nicht selbst, sondern empfangen ihn aus der schöpferisch-zeugenden Gnade göttlichen Atems.  

 

Der Sekretär des heiligen Bernhard schreibt hierzu:

"Die Tür meines Skriptoriums öffnet sich zur Zelle der Novizen hin, wo viele (...) dabei sind, einen neuen Menschen in der Neuheit des Lebens zu gebären.“



ZAZEN UND KONTEMPLATION -  CHRISTUS UND  BUDDHA BEISAMMEN


In unserer Klausur sitzen wir in Stille und atmen.  Zazen nennt man unsere Übungsweise.

"Za" meint "Sitzen" und "Zen" meint direktes Schauen  oder unmittelbares Berühren des Herzens. Wir üben ohne ein Objekt der Beschäftigung.  "Shikantaza" nennt man das: Nur sitzen und da sein. Dazu nehmen wir uns allerdings den Atem als Fokus zu Hilfe.

 

Wir praktizieren einen ganzheitlichen Weg. Er setzt im Leib an und beginnt in der guten Gründung und Aufrichtung unseres Körpers. Wir üben, mit dem natürlichen Atem eins zu werden. Atmen verbindet, integriert und heilt Leib, Seele und Geist. Atmend verbindet sich Bewusstes und Unbewusstes, Augenblick und Ewigkeit, außen und innen, gestern und morgen, Himmel und Erde, Phänomenales und Essentielles. Atmend lösen wir uns von Vor-stellungen, Vor-gaben, Vor-geschichten und Vor-urteilen und werden "offen und weit wie der Himmel" und eins mit unserem wahren Selbst, dem Leben und der göttlichen "ruach".

 

Über 2000 Jahre lang wurde diese Praxis in Zenklöstern sorgsam kultiviert. Im christlichen Westen nennt man das wortlose Verweilen in der göttlichen Gegenwart Kontemplation. Beim Kontemplierenden hebt sich in der Erfahrung der Unterschied zwischen eigenem Atem und göttlichem Geistatem auf:  Mein Atem und göttlicher Atem werden ein einziger Atem.  Gott und Mensch vereinen sich innigst, ohne ineinander aufzugehen: Der Himmel kommt zur Welt.

 

 

"Halt an, wo läufst du hin,

der Himmel ist in dir.

Suchst du ihn anderswo,

du fehlst ihn für um für."

 

 

Angelus Silesius 

 

Die christliche Basis hierfür beruht auf den Worten Jesu "Wie ich und der Vater eins sind, so sollt auch ihr eins sein".  Kontemplation macht keine Worte, sondern führt uns ins Verborgene, in die Krypta des Herzens.  "Wenn du betest, geh ins Verborgene und schließe die Tür", so die ureigene Anleitung Jesu zur Sammlung. Sie kennt keine  Zerstreuung, keine Gedanken. Sie braucht keine Worte.  Kontemplation geschieht in völliger Stille. Sie führt aus der Enge eigener Konstruktionen in die "offene Weite". So schärft sie Sinne und Denken. Zazen führt ins "Nada", ins Nichts Gottes, denn Gott ist kein "Etwas" und nichts "Gegenständiges", radikal anders, als das, was wir Gegenüber nennen.

 

 

"Para venir a lo que no eres,

has de ir por donde no eres."

 

"Um zu erlangen, was du nicht bist,

geh dahin, wo du nicht bist"

 

 

Johannes vom Kreuz

 

 

 

Zazen und Kontemplation sind Anwege zur Erleuchtung, zur Einheits- und Gotteserfahrung.  Beide Wege beginnen mit einer ganz konsequenten Sammlung und Ausrichtung aller Kräfte des Menschen zur Mitte hin.  Das Üben von Zazen führt zu einer wesentlichen Vertiefung des Christseins, sofern man Christ ist.   "Ich will sitzen und will schweigen, was Gott in mir redet", so Meister Eckehart. Allen Übenden - gleich welcher Überzeugung - öffnet sich eine innere Erfahrung ihres Seinsgrundes.  Solche Wesenserfahrung bildet den inneren Menschen aus und bringt uns auf den Weg der Wandlung. Sie wirkt integrierend, heilend und transformierend. Weg nach innen und Weg außen werden zu einem einzigen Weg. Unser Leben wird verbindlich und beweglich.  Wir sitzen bewusst im christlichen und buddhistischen Energiestrom  und merken, dass sie einander nicht ausschließen, sondern sich im Herzen verbinden. 

 

  

GESPRÄCH UND TEE

 

Vor der abendlichen Klausur besteht eine Möglichkeit zum Gespräch  beim Tee.

 

Auch eine regelmäßige spirituelle Begleitung kann auf Wunsch eingerichtet und zeitlich vereinbart werden. Näheres auf der Seite "Spirituelle Begleitung".

 

Diese Zeit können wir auch nutzen, um Sie  individuell und praktisch in unsere Übungsweise einzuführen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit verborgener Übung wirke geheim,

wie ein Narr,

ein Idiot.

Einfach auf diese Weise beharren wird der Hausherr im Hausherrn genannt.


aus: Tozan Daishi, Juwelenspiegel-Samadhi

 

 

 

 

 

 

 "Non, je ne suis jamais seul avec ma solitude."

 

 

Georges Moustaki

 

 

 

 

 

 

 

 Ein Eremit nimmt sich auf sein menschliches Maß zurück und vermag so den Menschen ihr Antlitz zurückzugeben.

 

 

Josua Boesch, S.136

 

 

 

 

(...) Kreativität als die Fähigkeit produktiv gegen Regeln zu denken, setzt die nicht zu tiefe Verhaftung in Regelsystemen voraus (...) Nicht die Mächtigen sind kreativ, sondern die Ohnmächtigen (...) Die Herrschenden erfahren, dass ein Mittelpunkt noch keinen Kreis definiert.

Das geschieht erst durch die Peripherie, den Rand, das Aussen."

 

 

Rupert Lay

Frankfurter Philosoph

 

 

 

 

  Kein Gottesbild machen, sondern eines sein.  

Josua Boesch

 

 

 

 

 

 

 

 Wasser widersteht der Kälte nur, wenn es fließt (...)

Tränen halten mich lebendig in der Kälte.

 

 

Josua Boesch, S. 143

 

 

 

 

Im Traum erstickte ich fast in einer Telefonkabine. (...)

Ein Warntraum, der mich davor bewahren wollte, wieder in einem Kreis Schutz und Geborgenheit zu suchen. Wer auf dem Weg ins Offene geht, darf nicht wieder in einen geschlossenen Kreis zurück.

 

Josua Boesch, S.126

 

 

 

 

 

 

 

 Im Traum wurde aus Urgestein das Fundament  eines Hauses gelegt (..)

Im Erwachen wusste ich: Menschsein heißt Urgestein finden. Mein Urgestein ist nicht Granit sondern Eremit.

Ein in die Gesellschaft nicht einfügbarer Stein.

Und dennoch kostbar für die Gesellschaft.


Josua Boesch Morgendämmerung

Tagebuch einer Wandlung,

S. 135

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 


 

TERMINKALENDER

 

Dezember


49. Jahreswoche


 

03. Adventsexerzitien

04. Adventsexerzitien

05. Adventsexerzitien

06. Adventsexerzitien

07. Adventsexerzitien

 

Neu!

08. IN MEMORIAM

      Bernard Glassman

        + 04.11.2018

        Tag des Gedenkens

        10 Uhr

 


50. Jahreswoche

 

Sunset - Meditation adbentlich
 

10. Sunset-Meditstion 18 h

11. Sunset-Meditation, 18 h

12. Sunset-Meditation, 18 h

13. Sunset-Meditation, 18 h

14. Sunset-Meditation, 18 h

 

14. Wachsein für Frieden

       Meditieren in die Nacht

       zum Gedenktag des

       Johannes vom Kreuz

 


 


51. Jahreswoche

 

Sunset Meditation adventlich


 

17. Sunset-Meditation, 18 h

18. Sunset-Meditation, 18 h

19. Sunset-Meditation, 18 h

20. Sunset-Meditation, 18 h

21. Sunset-Meditation, 18 h